donnerstags…

Seelenanstöße aus der Friedenskirche von Pfarrer Thomas Walter

 

21 Zusammen mit dem ganzen Volk ließ auch Jesus sich taufen. Und während er betete, öffnete sich der Himmel. 22 und der Heilige Geist kam sichtbar in Gestalt einer Taube auf ihn herab, und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden.

                                                Lukasevangelium 3, 21 + 22

 

 

Der Weihnachtsfestkreis hat sich noch nicht ganz geschlossen. Es gibt noch drei weitere Stationen, die auf den ersten Blick mit Weihnachten wenig zu tun haben, die aber bei näherem Hinschauen und Hinhören helfen können, aus dem Weihnachtsgeheimnis zu leben, seine spirituelle Kraft für mein Leben zu spüren.

Die erste dieser drei Stationen ist die Taufe Jesu. Äußerlich betrachtet ist das ein großer Zeitsprung: eben noch das Kind in der Krippe und jetzt der erwachsene Jesus, der sich taufen lässt. Es ist ein erneuter Hinweis, dass es hier nicht um Historie geht, um Geschichte und geschichtliche Abläufe. Es geht die heilende und bergende Gegenwart Gottes, die mein Leben umfängt – auch dort noch und gerade dort, wo dieses Leben in seiner irdischen Gestalt ein Ende findet.

An den Grenzen unserer Erfahrungen, an den Grenzen unserer Bemächtigungsversuche, ragt eine andere Wirklichkeit in die Wirklichkeit unseres alltäglichen Lebens hinein. Diese andere Wirklichkeit ist unsere Wirklichkeit, so schreibt der Freiburger Theologe und Journalist Michael Albus.

Die Taufe Jesu erzählt von dieser wirklichen Wirklichkeit und darin leuchtet eben nochmals etwas vom Weihnachtsgeheimnis auf.

Jesus wird bei der Taufe des ganzen Volkes auch getauft, so sagen es die zwei Sätze aus dem Lukasevangelium. Erzählt wird hier, dass Gott ganz eingestiegen ist in der Leben der Menschen – in Jesus  

reiht sich Gott ein. So tief geht das Geheimnis der Menschwerdung, dass Gott mitten unter den Menschen steht. Er teilt mit uns unsere Sehnsucht nach einem heilen Leben. Er ringt mit uns um die Frage nach einer gerechten Welt und wirbt in Jesus neu um unser Vertrauen. Er wirbt um unser Vertrauen, indem er uns eine Liebe zeigt, die nicht zum eigenen Vorteil oder unter bestimmten Bedingungen oder aus Rücksichtnahme oder Mitleid geschenkt wird, sondern bedingungslos um des Menschen Willen, um unseretwillen, um deinetwillen.

Das Bild, das uns im Lukasevangelium von der Taufe Jesu gegeben wird macht genau das deutlich:

Da ist das Bild der Taube – ein friedliches und liebevolles Bild. Gott kommt leise und sacht, wie das Licht nach der Nacht… heißt es in einem Kinderlied.

Und genau so klingt das, was die Stimme vom Himmel sagt: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden.

Das darf ich in mir klingen lassen. 

Wenn da von einer Stimme vom Himmel gesprochen wird, dann geht es nicht um ein äußeres magisches Ereignis, wie in einem Fantasy-Film, sondern es geht um das Wunder der Begegnung Gottes mit mir; es geht um diese wirkliche Wirklichkeit, die in mein alltägliches Leben hineinragt.

Während Jesus betet öffnet sich der Himmel, so wird im Evangelium erzählt. Beten meint sich hinwenden und achtsam sein hin auf diese wirkliche Wirklichkeit, die meinen Alltag hineinragt und oft an ganz kleinen unscheinbaren Stellen zu entdecken ist – in der Natur, in anderen Geschöpfen – Menschen wie Tieren, in meinem Leib, meiner Gestimmtheit. Wo ich es zulasse, zuerst wahrnehme, bevor ich gleich beurteile und handle, dort kann sich eine Tür auftun – immer wieder und ich kann die bergende und heilende Liebe Gottes erfahren. Ein Stück vom Weihnachtsgeheimnis kann in meinem Leben tragen – weit über die Feiertag hinaus. 

 

 

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